Hyperlocal: der Total Lokal Megatrend

20. Oktober 2009 von Hermann Hohenberger

Google hatte angekündigt sich auf lokale Märkte zu konzentrieren und kaum ausgesprochen, kommen Angebote wie Google-Places und Local-Listing-Ads auf den Markt. Jeder und alles ist und wird irgendwie eine WebSite, Achtung!

Alles und jeder ist auch eine WebSite.

Personen sind auch Profile (Google, Facebook, Xing, etc.) Orte sind auch Google-Places (Züricher Hauptbahnhof), Geschäfte oder Dienstleister oder sogar Keramik Kunst – Läden sind auch Micro-Sites (Google-Maps). Es entsteht gerade eine riesige mehr als dreidimensionale Landkarte angereichert mit allen möglichen und unmöglichen Informationen. Das war in dem Ausmaß bisher undenkbar und stellt uns vor ganz neue Herausforderungen. Insbesondere die, die ihren Lebensunterhalt mit regionalen Werbeerlösen bestreiten (bestreiten ist hier das richtige Wort, denn der Wettstreit ist jetzt eröffnet).

Prof. Dr. John Salesman: Think about it!(Zwischenruf: Es gibt übrigens noch ein paar „digital lowburner“, die der Meinung sind, man könne im Internet kein Geld verdienen. Das ist nun völliger Blödsinn. Es muss richtig heißen: die können es nicht. Google kann es, SEO/SEM-Agenturen können es, Verbraucher- HandwerkerPreisvergleich- und Handelsportale können es, und viele KMU generieren über ihre WebSites bereits signifikant Kontakte und Umsätze)

Meine Prognosen über diesen Total Lokal Megatrend und die Ausprägungen die er bringen könnte.

  • Hyperlocal-Search: Suchanfragen werden immer lokaler und damit relevanter beantwortbar werden. Durch den Content, den Google gerade aufbaut entsteht hochrelevante Inhalte, die geocodiert mit anderen Inhalten (Fotos, Videos, Empfehlungen, Kommentare und sogar Personen) korreliert werden können.
  • Hyperlocal-Ads: Anzeigen und andere Werbeformen (z.B.: Coupons) werden immer kleinräumiger möglich. Dadurch entsteht ein Mikro-Longtail für Werbekundschaft. Selbst der kleinste mögliche Werbetreibende hat nun online Möglichkeiten. Der regionale Internetmarkt kommt. Und Google wird einen Teil davon abgreifen. Da beißt die Maus den Faden ab. Wie groß der Share wird hängt von den Aktivitäten der regionalen Akteure ab.
  • Hyperlocal-Community: die großen Communities werden immer unübersichtlicher und zusehends kommerzialisiert, also Datamining, etc.. Das eröffnet Chancen für kleine, überschaubare, regionale Communities, die ggf. vertikale nationale Ausprägungen haben, incl. Hyperlocal-Ads.
  • Hyperlocal-Streams: regionale Mash-Ups, die 7-9 lokale Impulse (analog des Fassungsvermögens unseres Bewußtseins) an die Oberfläche spülen, werden Aufmerksamkeit und Traffic ziehen.

Alle heimatlichen Medienangebote tun gut daran Traffic für ihre Angebote aufzubauen. Content, SEO, SEM, Markenbildung und kreative Konzepte sind dringend angezeigt. Natürlich mit Bedacht (Sinn vor Unsinn): Alfred Graf Korzybski (der erste Kybernetiker) hat schon 1933 geschrieben:

„Eine Landkarte ist nicht das Gebiet, das sie repräsentiert, aber wenn sie korrekt ist, ist sie in ihrer Struktur der Struktur des Gebietes gleich (oder ähnlich), worin ihre Brauchbarkeit begründet ist“ -

Ich sage: „Die WebSite ist nicht die Realität – aber brauchbar“ und freue mich auf die Zukunft. Das wird hyperspannend! Was meinen Sie dazu?

Trend: Gutschein- und Couponmarketing

13. Oktober 2009 von Hermann Hohenberger

Ob es an der Wirtschaftskrise liegt oder es einfach eine gewisse Zeit gebraucht hat, Gutscheine und Coupons werden in Deutschland immer beliebter. Seit am 25.07.2001 das aus dem Jahr 1933 stammende Rabattgesetz, das die Gewährung von Rabatten streng regulierte außer Kraft gesetzt wurde, können Händler in fast allen Bereichen Rabatte, Zugaben und Vergünstigungen sehr individuell regeln. Das Marketinginstrument „Rabatt“ steht nun vollumfänglich zur Verfügung (ausgenommen Buchpreisbindung) – und mit etwas Verzögerung steigt nun auch die Nachfrage:

Nachfrage Gutschein Coupon bei Google Insights for searchDie Nachfrage nach „Gutschein“ bei Google  (Insights for Search) hat sich seit 2004 verdoppelt! Das Keyword „Coupon“ schneidet nicht so gut ab, das liegt aber wohl daran, dass wir Deutsche eher in „Gutschein“ als „Coupon“ denken. Auf diesen Trend sind auch schon einige Internet-Plattformen aufgesprungen, die nach ganz unterschiedlichen Konzepten aufgebaut sind.  Dealhamster – Gutscheine und Angebote für mehr als 3 Mio. Produkte startet als Aggregation von Affiliates und nähert sich aus der Fülle der Angebote dem regionalen Markt. Eine weitere Plattform Radiogutscheine.de nähert sich den Werbetreibenden in Kooperation mit lokalen und regionalen Radiosendern.

John Salesman WOW!Sicher ist in jedem Fall, dass Couponing, also Kundenwerbung mit Rabatten und Zugaben in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen wird. Allerdings setzt das nicht nur gute Plattformen, sondern auch Know-How in der Ausgestaltung von Gutscheinen voraus. Und hier tut sich für Mediaberater gerade eine riesige Chance auf. Je komplexer die Werbeformen und Werbeträger werden, desto mehr werden Kunden auf kompetente Beratung vertrauen. John Salesman freut sich schon und sammelt fleissig Gutscheine…

Ropo-Effekt und Reverse-Ropo

8. Oktober 2009 von Hermann Hohenberger

Unsere Verhaltensweisen und der Umgang mit Information verändern sich in diesen Tagen grundlegend. Ein Phänomen wird nun als Ropo-Effekt „research online – purchase offline“ beschrieben. In der Tourismusbranche, werden 31% der Reisen so gebucht. Die Leute recherchieren und informieren sich online – und gehen dann doch ins Reisebüro und buchen bei einem Menschen.

Wir sehen auch, dass das Internet immer unübersichtlicher wird (SERP #1 bei Google zeigt mittlerweile schon über 60 Treffer und damit Klickangebote). Und gerade auch die SEO-Aktivitäten führen ja dazu, dass SERP #1 nicht unbedingt relevante Ergebnisse liefert. Oft sind die Treffer auf SERP #1 auch wieder Trefferlisten von Verzeichnis-, Kleinanzeigen- oder Bookmarkportalen.

Im Ropo-Effekt liegt nach meiner Auffassung eine riesige Chance für lokale Händler und Dienstleister; und eine Chance für (regionale?) Medienunternehmen.

  • Für lokale Händler und Dienstleister: ganz klar, kompetente Beratung (vielleicht sogar beim Kunden daheim) verknüpft mit konkurrenzfähigen Angeboten + Zusatzleistungen.
  • Für lokale Medien: diese Positionierung muss den Endverbrauchern klar gemacht werden – verbunden mit einer regionalen, glaubwürdigen Medienmarke – online und vor allem offline.

Komplizierter, aber im Grunde genauso erfolgversprechend, ist es mit Reverse Ropo, also wenn Kunden im Laden die Ware prüfen und dann online auf Schnäppchenjagd gehen. Research offline – purchase online. Auch diese Entwicklung wird massiv getrieben unter anderem von Innovationen also moderne Shopbegleiter  wie WOABI (woanders billiger – mit dem Handy den Barcode fotografieren oder eintippen und das System meldet günstigere Angebote zurück).

  • Für lokale Händler und Dienstleister: superklar. Günstige Nischenangebote. Wir wissen doch alle, dass nur weil jemand „Geiz ist geil“ brüllt, er nicht zwingend die günstigen Angebote hat.
  • Für lokale Medien: Organisation von Produktshows, Veröffentlichung von Preisen, regionale, erlebbare Rabatt- und Couponsysteme.

Die Welt dreht sich weiter – besser wir drehen uns mit. Schnell wäre gut.

Karl Valentin und Web 2.0

2. Oktober 2009 von Hermann Hohenberger

„Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“

Karl Valentin porträtiert von Edgar John 1937, Wickipedia Bild unter GNU-LicenceWas mag Karl Valentin, den großen Münchner Kabarettisten und hintersinnigen Spaßvogel dazu gebracht haben, diesen Satz zu prägen? Politiker-Geschwätz? Familienfeiern? Kunst-Vernissagen? Oder  Stammtisch-Tiraden? Egal! In Web 2.0-Zeiten würde Karl Valentin eher formulieren:

„Es ist schon alles geposted (aufgeschrieben), nur eben noch nicht von allen und noch nicht überall“

Nun ist aber diese Web 2.0 Entwicklung nicht nur unserem Mitteilungsbedürfnis geschuldet. Nein, wer im Web populär (SERP #1) sein will muss alles auf möglichst vielen Plattformen sagen – schreiben – lassen – und clever auf sich verlinken (lassen). Stichwort: SEO-Writing. Es gibt inzwischen sogar Software, die Texte zerstückelt und zu einzigartigen Artikeln wieder zusammensetzt (how-to-write-hundreds-of-unique-articles-from-one-article-with-ms-excel-article-theme-versioning.html). Denn wenn es denn Viele (auf vielen Plattformen) gesagt (geschrieben) haben, dann findet das die Suchmaschine auch gut. Daraus folgt:

  1. Es entstehen immer nichtssagendere Texte. (Das halte ich für problematisch)
  2. Es entstehen immer nichtssagendere Texte. (Das ist prima, bietet die Chance zur Abgrenzung und Profilierung)
  3. Um relevant zu werden muss man sich mitteilen. (Finde ich gut)
  4. Um ganz wichtig zu werden muss man auf vielen Plattformen aufscheinen. (Finde ich auch gut)
  5. Um noch durchzublicken braucht man Suchmaschinen (die Suchmaschine füttert sich somit selbst und festigt ihre Bedeutung und Funktion, Karl Valentinisch genial)

Vielleicht war Karl Valentin sogar der erste Suchmaschinenoptimierer, oder eben der, der das Prinzip als erster formuliert hat. Chapeau!

Für den Fall, Sie denken jetzt: na das ist aber alles nichts Neues. Eh klar, es war nur noch nicht von mir formuliert. Wobei: während des Schreibens ist mir Einiges klarer geworden – vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit :-)

Das Geheimnis unendlicher Produktivität

26. September 2009 von Hermann Hohenberger

Einsichten aus dem Goo(gle)inversum

Totale Produktivität, unendliche Energie, ansteckende Begeisterung, strukturierte Arbeitsweise, Erfolg? Wäre das nicht was für Sie? Kommen Sie, geben Sie es ruhig zu. Wollen wir doch alle.

Und landet nicht jeder von uns irgend wann einmal bei einem entsprechenden Buch? So einem „machen Sie dies und dann werden Sie das, vor allem erfolgreich und reich“. Hier nun die ultimative Rettung aller Sich-selbst-Verbesserer, und, wie fast alles Wegweisende kommt das große Geheimnis aus dem Goo(gle)inversum. Diese Erkenntnis wird Ihr Leben verändern – für immer. Die Erleuchtung kommt von Matt Cutts, Googles Gallionsfigur für SEO, dem Mann, der immer wieder zur Produktivitätssteigerung bei SEOs sorgt. Matt sagt:

1. Schritt: Kauf ein Buch! Irgend eines, Hauptsache eines mit guten Rezepten um deine Produktivität, deinen Erfolg zu steigern. Du kannst eines per Zufall aussuchen, es ist egal welches du kaufst. Nimm ein richtig teueres.

2. Schritt: Schau das Buch an und sprich zu dir selbst: „wenn ich XY nicht geregelt bekomme, dann muss ich dieses Buch lesen – zur Strafe! Und wenn ich es auf morgen verschiebe, dann muss ich noch eines kaufen!“

So einfach ist das. Und solche Weisheiten verbreitet Matt Cutts, seines Zeichens Head of Google’s WebSpam-Team. Glaubst du nicht? Schaust du!

Matt Cutts: How to Unlock the Amazing Secret of Unlimited Productivity

All of us could use some help increasing our productivity. So I’m going to share one of my best productivity secrets. This secret can literally CHANGE YOUR LIFE!!! Are you ready?

Step 1. Buy a productivity book. Any productivity book will do.

http://www.mattcutts.com/blog/secret-to-unlimited-productivity/

Wer jetzt auf die Idee käme, Matt’s anderen Aussagen über … könnten von ähnlicher Qualität sein, nein, nein, alles andere ist wirklich die Wahrheit – watch his lips, für die NLPler auch die Augen, sehr aufschlußreich ;-)

all business is local – also mindestens 70% – sagt Google

18. September 2009 von Hermann Hohenberger

Marissa Mayer, (Google Inc. Vice President of Search Products & User Experience) hat am Dienstag bei einer Konferenz in Carlsbad erklärt, dass Verbraucher 70% ihres verfügbaren Einkommens innerhalb 5 Meilen um ihren Lebensmittelpunkt ausgeben. (Aha!)

Consumers spend about 70 percent of their expendable income within five miles of home, giving Google an opportunity to translate local search results into advertising revenue, Mayer said. (Google urges developers to focus on local searches)

Und darum kümmert sich jetzt Google. Die Programmierer haben den Befehl bekommen „were urged to“ (das ist deutlich) Modelle zu entwickeln, wie diese 70% Business werblich bedient werden können. Aufgepasst! Da kommt noch eine Hammer-Nummer auf regionale Medien zu. Wir können davon ausgehen, dass Google Angebote vorlegen wird. Und Google wird diese Angebote in den Markt tragen, Google kann genügend Werbedruck in eigener Sache entfalten, 85% Reichweite!

Zwei Gedanken – bitte folgen:

  1. 70% des Business ist innerhalb der 5 Meilenzone. Ist das nicht ein schönes Statement und Argument für alle regional aufgestellten Medien. Hier brummt der Bär, hier muss man werben, hier, in den lokalen Medien: Gelbe Seiten, Lokalradios wie Hitradio N1, Lokalfernsehen wie TV-Oberfranken oder wie Der Marktspiegel, ein regionales Anzeigenblatt: unverzichtbar für lokale Werbetreibende. Bei aller Online-Euphorie, wer Bälle ins Tor schießen will muss lokale Medien belegen.
  2. 30% des Umsatzes sind allerdings schon außerhalb der 5 Meilen-Zone – anwachsend. Online-Shopping, Online-Auktionen, Online-Banking, Online-Börsen, von der Unterhose bis zum Auto, von den Marken-Turnschuhen bis hin zu Lebensmitteln. Diesem Umsatz gilt es regionale Werbeangebote zu machen.

Glücklicherweise können lokale Medien mittlerweile über regionale Grenzen gehen, ebenso wie globale Medien in die regionalen Märkte einbrechen (werden). Besser wir gewöhnen uns dran. Besser die regionalen Medien bauen ihren Traffic jetzt aus, bevor Google die dann auch noch alimentieren muss.

Credits to huenemoor for tweet and wombel for retweet.

EveryYou – Das Ende der Zielgruppen

10. September 2009 von Hermann Hohenberger

14-49 – diese Zielgruppe – diese Erfindung des ehemaligen RTL-Geschäftsführers, Dr. Helmut Thoma, hat lange Jahre Programme und Produkte und damit letztendlich uns alle beeinflußt, möglicherweise sogar gequält (mich auf jeden Fall). Selbst die Entlarvung als „Erfindung“ hat daran noch nicht wirklich etwas geändert.

Nun kommt aus aus dem „neuen?“ Medium Internet ein höchst spannender Ansatz. Der war wohl schon lange gedacht, nur bislang technisch und logistisch nicht verwirklichbar. C.G. Jung und F. Nietzsche beschrieben das Konzept der „Individuation“. Jeder Menschen trägt den Wunsch, mehr noch, das tiefe Bedürfnis in sich, sich als eindeutiges und unverwechselbares Indiviuum zu verwirklichen – und das wird nun von der Wirtschaft, von Marketingleuten ernst genommen – was für ein Fortschritt!

Natürlich haben Marketingleute in der Vergangenheit Zielgruppen ausdifferenziert, blieben letztlich jedoch immer in der „Gruppe“ und damit im Unpräzisen. Aber jetzt vorgestellt: Ich würde von der (Werbe)Wirtschaft nicht mehr als Dummy im „Wie auch immer definiert Cluster“ der Glockenkurve wahrgenommen. Nicht mehr als „Dinki“ (Double-Income-No-Kids) oder Yuppi oder DDD (Double-Daughter-Daddy), sondern als EveryYou wahrgenommen. Es geht um meine besondere Bedürfnisse, meine unverwechselbaren Vorlieben, meine persönlichen Wünsche und eine Industrie, die sich bemüht mich glücklich zu machen. Wow.

EveryYou Hermann Hohenberger unterwegs...

Zur Begrifflichkeit: Individuation bezeichnet den Prozess in dem Menschen sich als unterschiedliche Wesen verwirklichen. Und die Unterstützung dieses Prozess halten die Wissenschaftler P. Hancock, G. Hancock and J. Warm im Kern nun für möglich:

„Individuation: the N = 1 revolution“
„a continuing increase in computational power and associated memory storage capacities will lead to circumstances in which each and every single person can be coded as, and treated as, a separate individual and therefore not necessarily as a representative part of any group, sample or population“(„Theoretical Issues in Ergonomics Science“, Sep2009, Vol. 10 Issue 5)

Durch die kontinuierliche Steigerung von Bandbreite, Speicherplatz und Rechnerkapazität wird es möglich werden jeden einzelnen Menschen in seiner Individualität zu beschreiben (codieren). Die neuen Formen von Web 2.0 unterstützen den Nutzer (Menschen) in seiner Individuation, seiner Selbstdarstellung, seiner Kommunikation und gibt erweiterte Möglichkeiten neue Kontakte zu finden.

Die werbetreibende Wirtschaft und die Medienveranstalter – können nun wissen, wer welche WebSites nutzt, können wissen, was die Nutzer auf den WebSites machen, können den Kontext interpretieren und nun zu der 4. Datendimension (Communites) korrelieren. Und das ergibt den EveryYou. Sehr präzise.

Was bringt es? In der Touristik (Online-Travel) die Möglichkeit dem Nutzer bei der Beantwortung auf die Frage „Wo will ich als nächstes hin?“ helfen.

In the travel industry, EveryYou means we can answer the question “where should I go next” with a specific answer. We can answer the question which hotel should I stay in „Rome“ with an answer that references past purchase behaviour, past reviews written, friends on facebook, people trusted, media read etc. That takes into account that human beings are a mess of contradictions in the things that they like and want. For instance I love the blues, Byzantine mosaics, bad zombie movies and body surfing. No bell curve can market to that.

Hier wird deutlich in welche Richtung das Aufgreifen des Konzepts Individuation weist. Innerhalb von Produkt-  und Markenwelten haben wir durchaus schon eine weitgehende Ausdifferenzierung (Mode, Motorräder, Autos, etc.). Auch bei den Internet Musik und Radioangeboten gibt es individuelle Ausprägungen. Bei aupeo.de setzt man auf Fraunhofer-Technologie. Mustererkennungen innerhalb Musiktitel führen zu Titelvorschlägen. Eine weitere Dimension. Wir stehen vor einer Reihe von tiefgreifenden Revolutionen:

  • Mobile-Web
  • Echtzeit-Web
  • Web on TV
  • Komplexe Datenkorrelationen
  • Mustererkennung

Dies findet statt vor dem Hintergrund des tiefen menschlichen Bedürfnisses ein unverwechselbares Individuum zu sein. Dies passiert vor der Marketingintention passende Produkte und Dienstleistungen anzubieten; getrieben von der Absicht Menschen als unverwechselbare Individuen zu sehen. Was für eine Befreiung! Besser wir gewöhnen uns daran… ;-)

Anmerkung: dieser Blogpost basiert auf und zitiert aus dem Artikel von Tim Hughes http://tims-boot.blogspot.com/2009/09/everyyou-using-individuation-in-travel.html . Besten Dank an Jakob Riegger, Geschäftsführer von TrustYou.com der mich auf das Konzept aufmerksam gemacht hat.

X-Ray Micro von STRATAIR

30. August 2009 von Hermann Hohenberger

Diese Form des Modellflugs hat mich schon immer sehr gereizt. Also jetzt X-Ray-Micro. Das Modell fliegt klasse und ist auch bei Windstärke 4 noch gut beherrschbar und marschiert immer noch gegen den Wind. Liegt wohl an der guten Aerodynamik. Meine Schleuderstarts sind noch ein wenig unbeholfen, aber das wird schon noch ;-)

X-Ray-Micro

Spannweite 900mm
Profil: AG08, AG04 (Mark Drela)
Flächeninhalt: 11,85dm²
Fluggewicht: ab 130g 3-Achs Version, bei mir 140g
Funktionen: HR, SR, QR

X-Ray-Micro Rumpfboot mit Einbauten
Ausgerüstet mit
Futaba R-6004 FF, 2,4GHz
Querruder: 2 x Dymond D 47
Seite/Höhe: Dymond D 47
Akku: 200 mAh Lipo 2
Spannungsregler 5V/1,5A (von STRATAIR)

Der R-6004 schlägt sich übrigens auch in dem Kohlerumpf super (Die Antenne habe ich heraus geführt). Die Reichweite ist enorm und ich konnte bislang keinerlei Störung bemerken. Bin von der FX-30 nach wie vor sehr überzeugt. Einschalten, geht. Hier das Video vom Erstflug. Kamera by Dr. Friedrich Söll.

Radio, Stripper, Stunts und Spielcasinos…

17. August 2009 von Hermann Hohenberger

Stripper Radio

Aufregenden Zeiten. Da schlägt der Verleger der „New York Daily News“, Mortimer Zuckermann vor: „Der Kongress soll den Verlagen erlauben, ihre Web-Portale als Casinos – mit Glücksspielen und Wetten online – zu nutzen. „Das würde jede Zeitung in Amerika retten“, sagte Zuckerman der Zeitschrift „Forbes“. Zu erkennen ist die Ratlosigkeit der US-Verleger gegenüber den Herausforderungen durch das Internet.

Parallel kündigt ein Radiosender an ein Stripper-Format über den Sender zu jagen. Hallo?!

Der Manager von www.1015thepole.com, einem Sender aus Denver erklärt auf der WebSite in warmen Worten, man würde sich den Herausforderungen stellen (ride the economic roller coaster), hätte umfangreiche Marktforschung betrieben ( Hundreds of focus groups were hosted. Ten of thousands of phone interviews were conducted. A direct mail questionnaire was sent nationally to over 1.8 million radio listeners like you.) und käme zur Erkenntnis: die Hörer wollen „Classic Non Stop Stripper Hits, from the 80’s, 90’s and today.“  Die WebSite ist strippermäßig aufgemacht und gipfelt mit der „Employee Bathroom Live Webcam“.

Anyway, die Geschichte entpuppt sich als Marketing-Gag (Stunt). Es steht ein Formatwechsel an und dafür braucht es Aufmerksamkeit. Wahrscheinlich wird es ein Top40-Format.

MAX-MEDIA ist Gesellschafter der Veranstaltung und hat einen ähnlichen STUNT schon in Virginia durchgezogen. Dort haben sie “Chinese hits”- also: „Kung Pao Radio“ veranstaltet, bevor das Top40-Format auf die Antenne ging.

Ich finde das grandios. Frech und kreativ, wie Radio eben ist. Und erlaubt sei dieses Gedankenexperiment: ein deutscher Sender beantragt ein Stripper-Format, hihi. Übrigens ist es auch völlig undenkbar, dass Spielcasinos zur Finanzierung des Privatfunks und seiner Aufsicht heran gezogen werden. Möglicherweise aber für Digital-Radio – munkelt man ;-)

SEO goes Radiowerbung

9. August 2009 von Hermann Hohenberger

Da hat ein SEO (Suchmaschinenoptimierer) Radio gehört. Das wundert nicht, denn nahezu alle Menschen hören Radio.  Und schön ist, dass er die Spots eines anderen SEOs gehört hat (Radiowerbung funktioniert) – und gleich darüber bloggt,  auf SEO-Szene.de . Sein Hickup:

Fazit: Die Idee mit dem Radiospot ist mir sympathisch. Vielleicht eine Möglichkeit, Kunden jenseits der Google-Suche zu erreichen und mehr Mitarbeiter einzustellen anstatt über zu viel Arbeit zu klagen. Sauber produziert. Wenn da wirklich Anfragen reinkämen, dann könnte man dadurch etwas lernen. Denn als SEO lautet mein betriebsbedingter Kernsatz: „Google first“, erst danach die klassischen Werbemedien, doch vielleicht wäre Radiowerbung für SEO ja innovativer als sich mit hunderten anderen um die SERPs zu schlagen.

Eine gute Idee! Und ein guter Anlaß über Radiowerbung und Suchmaschinenoptimierung zu reflektieren:

Bekannt: Internetwerbung wächst, Suchmaschinenoptimierung SEO gewinnt an Bedeutung und  nachgewiesene Wirkung von Werbung wird wichtiger.

Unbekannt: Wie wird sich Radiowerbung im Konzert der Werbeformen behaupten? Wie werden Kunden mit Radio-Preismodellen umgehen, wenn sie immer besser über Performance-Werbeformen, z.B.: Adwords informiert sind? Wo gehen die Werbegelder hin, wenn alle Kunden Suchmaschinenoptimierung betreiben und eine Platzierung auf SERP #1 nur noch mit riesigem Aufwand erreicht werden kann?

Bekannt: Suchmaschinenoptimierung für Money-Keywords (also stark nachgefragen Keywords) ist mittlerweile äußerst aufwändig und damit ziemlich teuer. Suchmaschinenoptimierung kann auch „schief“ gehen, wenn unerfahrene und halbwissende SEOs am Werk sind und ggf. sogar Black-Hat Techniken einsetzen. Google bestraft auch Internetseiten und plötzlich finden die sich auf Rang 31 statt auf 1.

Bekannt: Internet ist Nachfrageorientiert und Bedürfnisse wecken über die pixeligen, kleinen Banner ist noch nicht wirklich nachgewiesen. Hier punktet Radiowerbung viel besser.

Dennoch: Radiowerbung steht unter Druck und ist gefordert. Weiterentwicklungen sind in jedem Fall angezeigt. Stichworte: Performanceorientierte Preismodelle, keywordbasierte Spotproduktion und intelligente OnAir-Online-Aktionen. Und: kompetente Mediaberater, die auch bei Werbung im Internet mitreden können. Mediaberater, die z.B.  schauen, ob es regionale Adwords-Kleinanzeigen gibt und daraus Kundenpotential erschließen… u.s.w….

Super: Ich bin sehr zuversichtlich, dass die kreative Kraft der Radioleute mit den Herausforderungen klar kommen kann – und dass die neuen Modelle Grenzen haben – siehe oben die Ausführungen des SEO-Spezialisten.